Geringfügige Beschäftigung



Geringfügige BeschäftigungEine geringfügige Beschäftigung ist gesetzlich definiert als ein Arbeitsverhältnis mit einem Bruttoeinkommen von maximal 450 Euro (seit dem 01.01.2013, vorher 400 Euro). Hierfür wird wie für jedes Arbeitsverhältnis ein Vertrag abgeschlossen, die Krankenversicherung und die Steuern übernimmt der Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer kann einen kleinen Beitrag zur Rentenversicherung zahlen, was natürlich entfällt, wenn er schon Rentner ist. Der Arbeitgeber zahlt einen Pauschalbeitrag in die Rentenkasse, auch wenn sein Minijobber ein Rentner ist.

Kennzeichen für eine geringfügige Beschäftigung



Die geringfügige Beschäftigung per entsprechendem Vertrag (aus dem die Entrichtung von Steuern und Sozialabgaben durch den Arbeitgeber hervorgeht) ist durch bestimmte Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Sie hat nichts mit einer Beschäftigung auf Honorarbasis zu tun, welche Freiberufler kennen. Vielmehr liegt eine geringfügige Beschäftigung im Sinne des SGB IV § 8 Abs.1 vor, wenn
  • der sozialversicherungspflichtige Monatsverdienst 450 Euro nicht übersteigt oder
  • die Beschäftigung maximal zwei Monate oder 50 Tage pro Jahr ausgeübt wird und das Einkommen hieraus 5.400 Euro nicht übersteigt.


Die wöchentliche Arbeitszeit ist für die geringfügige Beschäftigung nicht maßgebend. Wenn eine Person mehrere dieser Minijobs annimmt und die Einkünfte beziehungsweise Beschäftigungszeiten die genannten Grenzen übersteigen, muss sie Steuern und Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung zahlen. Auch ist dieser Arbeitnehmer dann verpflichtet, jedem seiner Arbeitgeber die anderen Beschäftigungsverhältnisse mitzuteilen.

Sonderregeln für geringfügig Beschäftigte



Viele Arbeitnehmer haben einen Hauptjob und daneben einen oder mehrere Minijobs. Der erste Minijob bleibt SV- und steuerfrei (für den Arbeitnehmer), der zweite wird mit dem Hauptjob zusammengezählt, der Arbeitnehmer muss die Steuern und Sozialabgaben zahlen. Es gibt hierfür eine Gleitzone mit Sonderregeln zwischen einem Einkommen zwischen 450 bis 850 Euro. Der Arbeitgeber muss seine Minijob-Arbeitnehmer der Minijobzentrale der DRV Knappschaft Bahn/See melden (§§ 28 a, i SGB IV). Die Minijobber sind durch die Meldung bei der Rentenversicherung und die Abführung der Beiträge durch ihren Arbeitgeber unfallversichert und sollten daher darauf achten, dass dies im Vertrag über ihren Minijob festgehalten ist.

Minijob für Rentner



Wie vorn erwähnt führt der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag an die Rentenkasse ab (15 Prozent, aber nur 5 Prozent durch Privathaushalte), wenn sein Minijobber ein Rentner ist. Dieser Beitrag erhöht aber nicht die Rente des Minijobbers, was ungerecht, aber gesetzlich so geregelt ist. Dafür wird durch den Hinzuverdienst die Rente auch nicht gemindert (bei Vollrentnern, bei Teilrentnern liegen die Zuverdienstgrenzen höher). EU-Rentner müssen die Annahme einer geringfügigen Beschäftigung ihrem Rentenversicherungsträger melden, es könnte ja sein, dass sie gesund genug sind, um keine oder nur noch eine anteilige Erwerbsminderungsrente zu erhalten.



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Minijob Urteile - Geringfügige Beschäftigung

Interessante Urteile zur geringfügigen Beschäftigung in unserem Archiv.

Statistik der geringfügigen Beschäftigung (Minijobber) in Deutschland

Das Diagramm verdeutlicht die Zunahme geringfügiger Beschäftigung in Deutschland.

Videos zur geringfügigen Beschäftigung (Minijobs)

Dokumentationen und Interviews zur prekären Beschäftigung.

Weiterführende Informationen: Minijobzentrale | Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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