Arbeitsvertrag für geringfügig Beschäftigte



ArbeitsvertragGeringfügig Beschäftigte müssen per Arbeitsvertrag eingestellt werden, der entweder pauschal oder detailliert die steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Besonderheiten beinhaltet. Der Arbeitgeber führt in einem gewissen Umfang Steuer und Sozialversicherungsbeiträge für den geringfügig Beschäftigten ab und meldet die Beschäftigung der Minijob-Zentrale, welche die An-/Abmeldungen plus Beitragsnachweise erhält und die Pauschalabgaben entgegennimmt.

Regelungen für geringfügig Beschäftigte





Grundsätzlich kann ein Arbeitnehmer mehrere Minijobs annehmen, die aber, wenn sie zusammen die Grenze von 450 Euro (seit 2013) überschreiten, zusammengerechnet und steuer- und versicherungspflichtig auch für den Arbeitnehmer werden. Es entfallen lediglich die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Eine zeitliche Begrenzung von Minijobs auf 15 Wochenstunden gibt es nicht mehr. Bei nur einem Minijob führt der Arbeitgeber folgende Beiträge ab:
  • 15% Rentenversicherung
  • 13% Krankenversicherung
  • 2% Pauschsteuer (inklusive Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag), wenn nicht über Lohnsteuerkarte abgerechnet wird
  • gegebenenfalls 0,7% Umlage U1 (Ausgleich von Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit - Unternehmen mit maximal 30 Arbeitnehmern)
  • 0,14% Umlage U2 (Ausgleich Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft)
  • 0,15% Insolvenzgeldumlage
Maximal führt der Arbeitgeber 30,99% an die Minijobzentrale ab. Sollte der Minijobber privat krankenversichert sein, entfällt der pauschale KV-Beitrag des Arbeitgebers. In der gesetzlichen Rentenversicherung ist der Minijobber beitragspflichtig, der Arbeitgeber zahlt die Beiträge. Der Minijobber kann einen geringen Eigenbeitrag leisten und damit volle Leistungsansprüche aus der RV erwerben. Dieser Eigenbeitrag beläuft sich auf die Differenz vom Pauschalbetrag des Arbeitgebers (15%) zum jeweils geltenden Beitragssatz (2013: 18,9%), im Jahr 2013 wären dies also 3,9%. Der Arbeitgeber führt diese an die Minijobzentrale ab, wenn sich der Minijobber davon nicht durch schriftlichen Antrag befreien lässt.

Inhalte des Arbeitsvertrages von Minijobbern



Der Arbeitsvertrag sollte neben den Namen und Anschriften der Vertragsparteien den Arbeitsinhalt, die Wochenarbeitszeit und die Regelungen zur Steuer- und SV-Abgabe enthalten. Die IHK schlägt vor, folgende Inhalte aufzunehmen:
  • Beschäftigungsverhältnisse mit einem Entgelt bis 450 Euro pro Monat geringfügig,
  • Arbeitsstunden und Monatsarbeitstage unerheblich,
  • mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse mit einem Verdienst über 450 Euro nicht mehr geringfügig sowie
  • einzelne geringfügige Beschäftigungen neben der Vollzeitstelle versicherungsfrei.
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • Probezeit: entweder unbestimmte (unbefristete) Beschäftigung mit sechsmonatiger Probezeit oder eine Befristung des Arbeitsvertrages auf drei oder sechs Monate, wonach der Vertrag ohne vorherige Verlängerung automatisch endet
  • Tätigkeitsbeschreibung
  • Arbeitsvergütung: entweder Gesamtvergütung oder Stundenlohn, wobei sich die Gesamtvergütung aus den Stunden ableitet und 450 Euro nicht übersteigt, zusätzlich 1/12 anteilige Sonderzahlung (Urlaubs- und Weihnachtsgeld), Überstundenzuschlag
  • Arbeitszeit (Limitierung auf 15 Stunden pro Woche nicht erforderlich)
  • Weitere Beschäftigungen: Angabe des Arbeitnehmers zu weiteren Minijobs oder umfangreicheren Beschäftigungen in Voll- oder Teilzeit
  • Befreiung von Rentenversicherungsbeiträgen: Antrag des Arbeitnehmers, den Eigenanteil zur RV (2013: 3,9%) nicht zu zahlen (kann entfallen, wenn der AN diesen Anteil zahlen möchte)
  • Lohnsteuer: 2% führt AG an Minijobzentrale ab, es sei denn, der AN weist über seine Lohnsteuerkarte die komplette Steuerfreiheit nach
  • Urlaub: mindestens 20 Kalendertage werden gewährt
  • Krankheit: Übernahme der gesetzlichen Regelung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (sechs Wochen wie bei Vollzeitbeschäftigten)
  • Verschwiegenheitspflicht
  • Vertragsstrafe: in der Regel ein halber Bruttolohn während der Probezeit, ein voller Bruttolohn nach deren Ende
  • Kündigung: wie gesetzlich geregelt (vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende) oder abweichende, für AN bessere Regelung
  • Verfall-/Ausschlussfristen: Ansprüche sind innerhalb einer Frist von drei oder sechs Monaten nach Vertragsende geltend zu machen
  • Zusätzliche Vereinbarungen

Kündigung des Arbeitsvertrags



Unser Informationsangebot unter www.kuendigungarbeitsvertrag.org bietet Ihnen Antworten zu allen Fragen rund um die Kündigung des Arbeitsvertrags. Sie finden dort auch die gesetzlichen Kündigungsfristen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.



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Minijob Urteile - Geringfügige Beschäftigung

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Statistik der geringfügigen Beschäftigung (Minijobber) in Deutschland

Das Diagramm verdeutlicht die Zunahme geringfügiger Beschäftigung in Deutschland.

Videos zur geringfügigen Beschäftigung (Minijobs)

Dokumentationen und Interviews zur prekären Beschäftigung.

Weiterführende Informationen: Minijobzentrale | Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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