Rentenversicherung



RentenversicherungGeringfügig Beschäftigte sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Der Arbeitgeber zahlt 15 Prozent des Rentenversicherungsbeitrages, darüber hinaus kann der Arbeitnehmer den Rest zum vollen Rentenbeitrag (2013: 18,9%) selbst zuzahlen, was automatisch geschieht, wenn es sich nicht davon auf Antrag befreien lässt. Der Antrag muss schriftlich an den Arbeitgeber gestellt werden, ansonsten führt dieser die Rentenbeiträge des Arbeitnehmers automatisch mit an die Minijobzentrale ab. Bei einem vollen Minijob-Erwerb von 450 Euro (seit 01.01.2013) wären dies 17,55 Euro, die der Arbeitnehmer sparen kann. Die Frage stellt sich, ob das lohnenswert ist oder nicht vielmehr die Zusatzeinzahlung in die Rentenkasse mehr Vorteile bringt.

Was bewirkt der Rentenversicherungsbeitrag von Minijobbern?





Schon der Rentenversicherungsbeitrag, den der Arbeitgeber zahlt (15 Prozent), wirkt sich im Rentenversicherungskonto des Minijobbers in Form von Entgeltpunkten und Wartezeitmonaten aus. Der Umfang ist allerdings geringer als bei einer Vollzeitbeschäftigung. Aktuell (2013) beträgt die monatliche Rentensteigerung bei einem Monatsverdienst von 450 Euro rund 3,70 Euro, der Zuwachs an Wartezeit vier Monate. Sollte der Minijobber im Privathaushalt beschäftigt sein, wächst die Wartezeit um zwei Monate, die Rentensteigerung beträgt rund 1,20 Euro. Die Ansprüche auf eine gesetzliche Rente werden damit gewahrt, die Zuzahlung bringt dem Minijobber aber weitere Vorteile:
  • Der Rentenanspruch erhöht sich auf rund 4,90 Euro pro Monat (Stand: 2013 nach Schätzungen der Deutschen Rentenversicherung). Das gilt auch für Beschäftigte in Privathaushalten, wenn sie aufstocken.
  • Der Versicherungsnehmer erwirbt durch die Aufstockung ein Anrecht auf Erwerbsminderungsrente. Diesen Punkt halten Experten für zentral.
  • Er kann mit dem EU-Rentenanspruch Leistungen für die berufliche, medizinische und soziale Rehabilitation beziehen.
  • Es entsteht ein Anspruch auf den Bezug von Übergangsgeld bei Rehabilitationsmaßnahmen.
  • Es ist durch die Aufstockung ein früherer Rentenbeginn möglich.
  • Der Versicherungsnehmer erwirbt mit der Aufstockung einen Rechtsanspruch auf bAV (betriebliche Altersvorsorge) beziehungsweise die Entgeltumwandlung in die bAV.
  • Durch die Aufstockung werden die Zugangsvoraussetzungen für eine Riester-Rente erfüllt, gegebenenfalls sogar ebenfalls für den Ehepartner als mittelbar Berechtigtem, wenn dieser mindestens 60 Euro jährlich in die Riester-Rente einzahlt.

Befreiung von der Aufstockung



Wenn der Arbeitnehmer den Eigenanteil nicht wünscht, beantragt er dies schriftlich bei seinem Arbeitgeber und lässt sich dadurch von der Aufstockung befreien, er erhält dann den vollen, vereinbarten Verdienst für den Minijob bis zu 450 Euro. Sollte der Arbeitnehmer mehrere solcher Jobs haben, muss es sich für jeden einzelnen dieser Jobs befreien lassen. Zu empfehlen wäre die Befreiung, wenn der Minijobber einen Hauptberuf hat, in welchem er die vollen Beiträge zur Rentenkasse leistet. Dann muss er nicht extra für den Minijob einzahlen. Damit verliert er zwar in geringem Umfang Entgeltpunkte, das heißt, er könnte etwas mehr Rente beziehen. Die übrigen Vorteile - vor allem der Anspruch auf Leistungen bei Erwerbsminderung und für Rehabilitation - bleiben aber durch die Versicherung im Hauptberuf erhalten.





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Minijob Urteile - Geringfügige Beschäftigung

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Statistik der geringfügigen Beschäftigung (Minijobber) in Deutschland

Das Diagramm verdeutlicht die Zunahme geringfügiger Beschäftigung in Deutschland.

Videos zur geringfügigen Beschäftigung (Minijobs)

Dokumentationen und Interviews zur prekären Beschäftigung.

Weiterführende Informationen: Minijobzentrale | Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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