Steuern bei einer geringfügigen Beschäftigung



Schon seit April 2003 können Arbeitgeber die Steuern für geringfügig Beschäftigte pauschal mit zwei Prozent des Arbeitsentgelts abführen. Die Steuer enthält in diesem Fall auch Soli und Kirchensteuer. Das Einkommen wird dann beim Arbeitnehmer steuerlich nicht erfasst, unterliegt nicht dem Progressionsvorhalt und wird auch nicht anhand der Steuerklasse ermittelt. Die Rechtsgrundlagen hierzu besagen laut § 40a Absatz 2 EStG, dass 2 % Pauschalbesteuerung durch den Arbeitgeber zulässig sind, wenn:
  • nach SGB VI § 168 Absatz 1 b 5 % RV-Beitrag entrichtet werden (versicherungspflichtig geringfügig Beschäftigte) oder
  • nach SGB VI § 172 Absätze 3 und 3a 15 % RV-Beträge entrichtet werden (versicherungsfrei geringfügig Beschäftigte).
  • Andernfalls sind 20 % Einkommensteuer zu zahlen (EStG § 40a Absatz 2a).
  • Bei kurzfristiger geringfügiger Beschäftigung können Arbeitgeber eine Pauschalsteuer von 25 % + Soli und Kirchensteuer abführen (EStG § 40a Absatz 1). Voraussetzung wäre eine Beschäftigung über höchstens 18 Tage hintereinander, maximal 62 Euro Lohn pro Tag und 12 Euro pro Stunde.


Individuelle Besteuerung von Minijobbern



SteuernArbeitgeber und Arbeitnehmer können sich über eine individuelle Besteuerung der geringfügigen Beschäftigung einigen. In diesem Fall, der vor allem bei einem neben dem Hauptberuf ausgeübten Minijob angewendet wird, muss der Arbeitgeber den Steueranteil gemäß der Steuerklasse des geringfügig Beschäftigten ermitteln, der Steuerpflichtige muss die Bezüge in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Sie unterliegen dann dem Progressionsvorbehalt.

Besteuerung bei einer geringfügigen Beschäftigung in Privathaushalten



Wer privat eine Haushaltshilfe auf 450-Euro-Basis beschäftigt, kann die Kosten selbst steuerlich zu 20 % absetzen (EStG § 35a Absatz 1). Wenn die Haushaltshilfe nur die Kinderbetreuung übernimmt, sind bis zu 4.000 Euro steuerlich abzugsfähig (EStG § 10 Absatz 1 Nummer 5).

Häufige Fragen zur Besteuerung (FAQs)



  • Wohin führen Arbeitgeber die Pauschalsteuer von 2 % ab? - An die Knappschaft-Bahn-See, welche die Minijobzentrale führt und auch die Sozialabgaben einzieht.
  • Ist vom Arbeitnehmer eine Lohnsteuerkarte vorzulegen? - Nur, wenn der Arbeitgeber keine Pauschalsteuer von 2 % abführt. Die Steuerklassen I bis IV zahlen aber keine Steuern.
  • Wie entscheiden Arbeitgeber über eine Pauschsteuer von 2 % oder die Vorlage der Lohnsteuerkarte? - Arbeitgeber und Arbeitnehmer entscheiden gemeinsam, was vorteilhafter ist.
  • Wann sind die Einkünfte aus der geringfügigen Beschäftigung in der Einkommensteuererklärung anzugeben? - Nur bei einer Besteuerung nach Lohnsteuerkarte. Bei Pauschalbesteuerung mit 2 % müssen Arbeitnehmer in der Einkommensteuererklärung nichts angeben.
  • Sind Minijobs zusätzlich zu anderen Einkünften, etwa aus Kapitalvermögen, Vermietung oder Verpachtung möglich? - Ja.
  • Ist ein Minijob beim selben Arbeitgeber möglich, bei dem auch in Vollzeit gearbeitet wird? - Nein, auch nicht in anderen Tätigkeiten (Hauptjob Ingenieur, Minijob Nachtwächter).
  • Kann ich einen Haupt- und einen Minijob bei unterschiedlichen Arbeitgebern ausführen? - Ja. Es lohnt sich dann oft die Besteuerung nach Lohnsteuerkarte.
  • Kann der Arbeitgeber auch die Pauschalsteuer von 2 % vom Arbeitslohn abziehen? - Ja, das ist zulässig, wenn es arbeitsvertraglich sauber geregelt wird.




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Minijob Urteile - Geringfügige Beschäftigung

Interessante Urteile zur geringfügigen Beschäftigung in unserem Archiv.

Statistik der geringfügigen Beschäftigung (Minijobber) in Deutschland

Das Diagramm verdeutlicht die Zunahme geringfügiger Beschäftigung in Deutschland.

Videos zur geringfügigen Beschäftigung (Minijobs)

Dokumentationen und Interviews zur prekären Beschäftigung.

Weiterführende Informationen: Minijobzentrale | Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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