Urlaubsanspruch



Wie viel Urlaubstage gibt es bei einem Minijob? Das ist klar geregelt. Auch durch eine geringfügige Beschäftigung erwirbt der Arbeitnehmer Urlaubsansprüche nach dem TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz). Das Arbeitsrecht gesteht ihnen dieselben Rechte zu, die auch für Vollzeitbeschäftigte gelten. Zu diesen arbeitsrechtlichen Grundsätzen gehören die Ansprüche auf:
  • Erholungsurlaub
  • Kündigungsschutz
  • Kündigungsfristen
  • Entgeltfortzahlung
  • Sonderzahlungen
  • Jugendarbeitsschutz
Der Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub ist damit gesetzlich geregelt. Lediglich die Berechnung der Urlaubstage beim Minijob fällt manchen Arbeitnehmern (und Arbeitgebern) schwer.



Urlaubstage im Minijob



UrlaubsanspruchDer Anspruch auf bezahlte Urlaubstage beträgt in jedem Beschäftigungsverhältnis nach § 3 BUrlG (Bundesurlaubsgesetz) mindestens 24 Werktage bei der Sechs-Tage-Woche. Damit sollten nach der ursprünglichen Intention des Gesetzes vier Wochen Jahresurlaub gewährleistet werden, wobei man zum Zeitpunkt der Gesetzesregelung im Januar 1963 noch von der Sechs-Tage-Woche als Standard ausging. Heute müssen diese sechs Tage pro Woche und die daraus abgeleiteten 24 Werktage pro Jahr auf die übliche Fünf-Tage-Woche umgerechnet werden. Eine Besonderheit kommt im Minijob dazu: Es ist nicht erheblich, wie viele Stunden pro Tag die geringfügige Beschäftigung dauert, auch eine Stunde genügt theoretisch. Maßgeblich ist allein, wie viele Tage der Minijobber am Arbeitsort erscheint. Diese Tage zählen als Arbeitstage, aus diesen wiederum leiten sich die Urlaubstage ab.

Berechnung der Urlaubstage bei geringfügiger Beschäftigung



Die Faustformel für die Berechnung lautet: Arbeitstage pro Woche mal 24 geteilt durch die Zahl der sechs Werktage pro Woche (die das Gesetz vorsieht) = Urlaubsanspruch in Werktagen. Das klingt etwas kompliziert, geht aber in der Praxis auf. Für einzelne Beispiele von Arbeitstagen pro Woche gelten etwa die nachfolgenden Berechnungen:
  • ein Arbeitstag: 1 x 24 / 6 = 4 Urlaubstage
  • zwei Arbeitstage: 2 x 24 / 6 = 8 Urlaubstage
  • drei Arbeitstage: 3 x 24 / 6 = 12 Urlaubstage
  • vier Arbeitstage: 4 x 24 / 6 = 16 Urlaubstage
  • fünf Arbeitstage: 5 x 24 / 6 = 20 Urlaubstage
  • sechs Arbeitstage: 6 x 24 / 6 = 24 Urlaubstage
Der gesetzliche Mindesturlaub darf in keinem Fall unterschritten, kann aber durch den Arbeitgeber erhöht werden (§ 13 Absatz 1 BUrlG). Dass die Berechnung so kompliziert aussieht, liegt an der Grundlage der Sechs-Tage-Woche, die in den 1960er Jahren bei Gesetzeserlass nahezu durchgängig galt. Gleichzeitig wollte der Gesetzgeber auf einen vierwöchigen Erholungsurlaub hinaus. Die Berechnung war schon immer komplex, denn auch damals gab es Schichtarbeiter etwa in der "rollenden Woche" (sieben Nacht-, sieben Spät-, sieben Frühschichten, fünf Tage Großfrei) und alle möglichen anderen Arbeitszeitmodelle. Also sieht das BUrlG im § 11 schon die Umrechnung des Anspruchs auf Mindesturlaub per Umrechnung im Dreisatz vor. Durch diese Umrechnung kommen immer vier Arbeitswochen im Jahr als Urlaub zustande. Der Minijobber, der nur einen Tag arbeitet, kann mit vier Urlaubstagen vier Wochen hintereinander freimachen.





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